Dolomiten für Anfänger

Der Traum von Freiheit und Abenteuer und keiner da, der mit will? Ralf Leinemann wagte den Selbstversuch und sagt, wie's geht.

OK, OK, ich bin spät dran, ich weiß. "Du fährst seit 20 Jahren Motorrad und warst noch nie in den Dolomiten??" Der Text variiert, der fassungslose Gesichtsausdruck meiner Gesprächspartner ist jedoch immer der gleiche. Äh, Schuldigung, ich hatte eben nie Zeit, war mit meiner Frau immer im Wohnmobil unterwegs, und die Kumpels waren auch nie unter einen Hut zu kriegen. Doch die Ausreden des typischen Wochenendfahrers ziehen nicht. "Dann fahr' halt allein!" Uff, das hat gesessen. Keine Widerrede mehr, da muss ich jetzt durch.

Die erste echte Motorradtour (die eigentlich erste ist vor etlichen Jahren gnadenlos abgesoffen). Das erste Mal länger als drei Tage im Zelt leben. Das erste Mal Pässe mit dem Motorrad fahren. Das erste Mal allein auf Reisen. Und das alles im zarten Alter von 36. Eine Jungfernfahrt in vielerlei Hinsicht also.

Und noch dazu eine, die sich gewaschen hat: Dolomiten komplett, mehr oder weniger. Zumindest die Klassiker und noch eine Extraportion oben drauf.

Das Material: eine BMW K 1200 RS, ein zehn Jahre altes Zelt und ein Satz Straßenkarten. Und eine nur schemenhafte Vorstellung dessen, was mich erwartet.